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Frühe Geschichte Name und Ersterwähnung von Karl Schäfer

Name und Ersterwähnung von Karl Schäfer

Am  22. November 1266 erscheint erstmalig urkundlich ein Gozwinus von Bovenchusen .

In einem bei den Urkunden des Klosters Bredelar im Staatsarchiv Münster liegenden Vertrag aus dem Jahre 1266 wird das Dorf mit dem damaligen Namen B o v e n c h u s e n genannt.

Die Ratsherren der neuen Stadt in Korbach beurkundeten den Verzicht eines Hermann Godebuz, Sohn des Konrad Sechtesellen, auf seine Güter in Latervelde zu Gunsten des Klosters Bredelar.

Diese für Korbach sehr wichtige Urkunde – sie belegt das Vorhandensein einer Schule in Korbach, das Nebeneinander eines Rats für Alt- und Neustadt (erstmalig für 1265 bezeugt – sagt uns zwar nichts aus über die Entstehung oder den Umfang der Siedlung, aber durch die Nennung des Ortsnamens Bovenchusen hat sie für Bömighausen wie auch für Lelbach hervorragende Bedeutung. Leiß[1] und Medding[2] haben in ihren Chroniken von Korbach die Bedeutung der Urkunde für Korbach gewürdigt, jedoch nicht alle Namen der Zeugen genannt, die über die Stadt hinaus für das Umland aussagekräftig sind. Zeugen waren u.a.: Ludolf de Delewich und Wigandus de Lellebike und Gozwinus de Bovenchusen.



[1] Leiß, A. Chronik der Stadt Korbach, in Gbll. Bd11, Bd. 14, S. 153

[2] Medding, W. ,Korbach – Die Geschichte einer deutschen Stadt, 1955

 

Wir können annehmen, dass Gozwin selbst oder schon einer seiner Vorfahren aus der kleinen Siedlung Bovenchusen stammte. Ob sie zu damaliger Zeit wüst war (Ortswüstung) und die Feldmark von außerhalb bewirtschaftet wurde, ist ungewiss. Dieser Gozwin de Bovenchusen ist vermutlich nicht zum niederen Adel zu zählen.  Der Ortsname gibt uns vielmehr den Hinweis, dass er früher aus Bömighausen nach Korbach gekommen ist, Bömighausen dürfte sein Geburtsort gewesen sein. Wenn er nun 1266 Ratsherr in Korbach war, kann wohl angenommen werden, dass er schon im höheren Alter war und vielleicht 40, 50 oder noch mehr Jahre zählte. Das dürfte ein Hinweis sein, dass die Siedlung Bömighausen auch schon früher, also schon um 1205, 1215 oder 1225 bestand. Das Dorf besteht meines Erachtens über 750 Jahre, auch wenn darüber keine Urkunde vorgelegt werden kann.

Bei der Deutung des Ortsnamens ist von der ältesten Schreibweise auszugehen. Das Dorf hat also keineswegs seinen Ursprung im Haus eines Bömig oder eines ähnlichen Namens gehabt. Folgende Deutungen bieten sich an: boven=  bobe=  bobene sagte man mittelhochdeutsch für oben oder oberhalb. In der Mundart wird noch heute „buoven, boven“ gebraucht. War es ein Haus da oben, oberhalb von einem andern, in unserem Falle von Alleringhausen? Oder: bouwen= buuwen= angesessen sein, wohnen, das Feld bestellen, als Bauer leben, also Haus eines Bauern oder waren es mehrere Bauernhäuser?

Die Schreibweise Bömighausen, 1593, 1631 in dieser Form überliefert, setzte sich endgültig erst nach 1673 durch. Etwa 120 verschiedene Schreibweisen sind aus den früheren Jahrhunderten nachzuweisen.

Zu dem Personennamen Gozwinus de Bovenchusen geben wir hier auf einen interessanten Umstand ein. Eine Urkunde aus dem Jahre 1223 enthält den Namen Gozwinus de Weldericheshuson. Dieser  Gozwinus verbürgte sich im genannten Jahr für Graf Volkwin IV. von Schwalenberg gegenüber dem Erzbischof von Mainz. Bekanntlich nannte sich Widukind von Schwalenberg als erster nach der Burg Waldeck Graf von Waldeck. War dieser Gozwin ein Ministerialbeamter des Grafen? Die Frage, ob zwischen den beiden Personen mit dem Namen Goßwin enge Familienverbindungen vorlagen, kann zwar nicht klar mit ja beantwortet werden, doch spricht folgende Überlegung für das Bestehen einer solchen Verbindung: auf engem Raum und im Abstand etwa einer Generation dieselben Namen Gozwinus, der Goßwin von 1223 könnte Vater, Onkel oder Pate des Goßwin von 1266 sein. Vermutlich ist auch der weiter unten zu nennende Abraham von Welleringhausen diesem Geschlecht zuzurechnen.

In den „Regesten“ S. 99/112 (lat.sachinhaltliche Urkundenauszüge, mit Angabe der Datierung, des Ortes und bisweilen kritischer Bemerkungen) des Klosters Bredelar Nr. 92, ist für den

22. November 1266  folgendes nachzulesen:

           In der 4. und 5. Reihe von unten ist zu lesen „Gozwinus de Bovenchusen“

Die Übersetzung lautet: Sämtlichen, die die gegenwärtige Urkunde sehen werden, begehren wir Ratsherren der neuen Stadt in Korbach bekannt zu machen, dass Hermann, mit Zunamen Godebuz, Sohn des Herrn Conrad Sechtesellen, durch Vermittlung vornehmer und angesehener Männer, auf allen seinen Rechtsanspruch öffentlich verzichtet hat, den er zu haben glaubte an Gütern, gelegen in Laterfeld, deretwegen er die Kirche in Bredelar drohend angriff. Obendrein hat er, nachdem er sein Wort gegeben, den Bürger seienden und den Spruch anerkennenden Herrn, Wigand de Lellebike und Johann de Luterbike, mit dem Beinamen Kellereshals, Ritter, versprochen, dass er seinen Anspruch, wie auch den seines Sohnes, den er zu haben gestand, sollte der ihn überleben, und auch anderer rechtmäßigen Erben, wenn er solche fürderhin haben würde, der schon genannten Kirche frei und ruhlich (ohne Beschwerde zu besitzen) zurückgeben wollte.

   Und durch diese gegenwärtige, mit unserem Siegel befestigte Urkunde legen wir Zeugnis ab. Zeugen dieser Verzichtserklärung sind: Ludolfus de Dalewich, Wigandus de Lellebike, Florinus de Rekernchusen, Ritter, Henricus magister consulum (Bürgermeister) und Johannes, sein Bruder, Söhne des Herrn Christian, Magister Conradus, Schulrektor in Corbike (Korbach),

G o z w i n u s de B o v e n c h u s e n, Gotfridus Wromoth, Wernerus, Arnoldus und Gotfridus, Söhne des Herrn Werner Spyezogen, Oheim des schon genannten Hermanns, Thomas de Lellebyke, Waltherus Gryve, Hermannus der Richter und Gotfridus, sein Bruder, Johannes Surdus und andere mehr.

Geschehen sind diese Dinge im Jahre des Herrn 1266 am Festtage der heiligen Cecilye, der Jungfrau und Märtyrerin (22. November).

Die zweite Erwähnung des Ortes Bömighausen (2. Reihe 4. Wort) vom 22.09. 1311.

(Staats -Archiv Münster).

Gottschalk von Mühlhausen übergibt einen Hof in Bömighausen an Bertold von Büren

Die Übersetzung lautet: „Ich, Gotschalk von Mühlhausen, Diener, bekenne öffentlich durch das gegenwärtige Schreiben, dass ich meinen eigenen in Bonenchusen gelegenen Hof in Übereinstimmung mit meiner rechtmäßigen Ehefrau und meinen Erben dem Edelmanne Bertold, Herr von Büren, Herr von Wünnenberg gegeben habe und denselben unter echtem und rechtmäßigen Lehnstitel angenommen habe, und ich habe ihn von demselben von Erbrechts wegen als Besitz übernommen, deswegen hat derselbe mir und meinen Erben zum Ausgleich das Recht gegeben, ein Viertel des Zehnten zu Dingeringhausen zu nutzen. Dessen sind auch noch Zeugen Herr Heinemann von Itter, Adeliger, Henricus Brotrump, Ritter, Freigraf, Konrad von Schweinsbühl, Prokonsul, Henricus Tedesalt, Ditmar Surdius, Albertus Dives, Johannes Knevel, Henricus Manolf, Wernherhus von Lengefeld, Arnold Ames, Henricus von Flechtdorf, Konradus Crol, Tilemannus Wernonis, und Konradus Gyso, Ratsmänner der Altenstadt in Korbach und andere mehr. Dessen zum Zeugnis und Erinnerung habe ich gebeten, das gegenwärtige Schreiben mit dem Siegel des vorgenannten Herrn von Itter, Adeliger, und dem Siegel der Bürger der Altenstadt in Korbach zu bekräftigen. Und ich, schon genannter H. von Itter und wir, die vorgenannten Ratsmänner, haben unsere Siegel dem gegenwärtigen Schreiben angehängt zum Zeugnis der Übergaben. Gegeben und verhandelt im Jahre des Herrn 1311, 21.9., am folgenden Tage nach Matthäus, des Apostels und Evangeliste

Die Schreibweisen des Namens Bömighausen  in zeitlicher Reihenfolge

Eine Auswahl der von Karl Schäfer zusammengestellten 80 verschiedenen Schreibweisen!

Bovenchusen 1266,                                        Bonanchusen 1311,                            

Bunenkusz, Bunenkusen um 1332,                 Bomenchusz, Bomenchusen 1448,      

Bomechussen 1491,                                       Bomekusen 1518, 1593,

Bomkusen 1547, 1566,                                  Bomickhausen 1549, 1638,

Bömickhuesen 1560,                                      Baumkusen 1572,                              

Boimigkhausen 1593,                                     Bomigkhausen, 1600,

Bömigkausen 1623,                                        Bömighausen  1593, 1631 und 1673.

 

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