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1.10.3 Helmut Ulrich und "sein" Steilhang im Vorupland

Helmut Ulrich erzählt von „seinem“ Steilhang im Vorupland

Die ersten warmen Sonnentage des Jahres – sehnlichst erwartet! Nach den trüben Wintermonaten leuchtet uns das Himmelslicht strahlender als je zuvor, und in die flimmernde Luft des Vorfrühlingstages schraubt sich eine Feldlerche jubilierend empor. Ganz von Eis und Schnee haben sich die Voruplandberge noch nicht befreit. Empfindlich kalt weht der Wind durchs Tal. Noch nicht verheißend, schmutzig – braun, begrenzt der Steilhang unter Buchen und Buschwerk den Straßenrand. Aber hier fand ich immer wieder nach ungeliebten Wintermonaten das Dichterwort bestätigt: „...es muss doch Frühling werden!“

Aus 1958 datieren meine ersten Aufzeichnungen.

Zwar hatten wir als Kinder schon in früheren Jahren vom dorfnahen „Märzenbecherhang“ bei Bömighausen ein Sträußchen für die Mutter mit nach Hause genommen und `mal nachgeschaut, ob auf den Talwiesen von den verwilderten Narzissen schon etwas zu sehen war. Dass hier sogar die grüne Nieswurz, eine Verwandte der bekannten Christrose, blühte, verriet ich aber nicht. Auch der Steilhang am Straßenrand war mein „Geheimnis“, und er ist es bis heute geblieben. Fast täglich komme ich nun wieder an ihm vorüber, halte mitunter an – es ist recht passend ein Parkplatz da – und schaue nach, ob es `was Neues gibt. Tatsächlich: überwinterte Schmetterlinge, hauptsächlich Füchse und Zitronenfalter, eine Pelzbiene, ein mit Borsten besetztes Schneckenhaus. Kopfschüttelnd sehen manche Autofahrer zu mir herüber. Sie wissen wohl nichts „vom Glück, mit der Natur zu leben“, wie der Titel eines schönen Buches verheißt.

 

Im Rahmen dieser Naturbetrachtungen soll die „dicke Buche“ nicht vergessen werden, die in den Erzählungen der älteren Generation noch eine Rolle spielte. Durch einen Blitzeinschlag stark in Mitleidenschaft gezogen, ging sie langsam und traurig ihrem Ende entgegen.

 

 

 

 

 

Die „dicke Buche“